sevDesk Alternative 2026: Was Freelancer wirklich brauchen

Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und stellt keine Kauf- oder Rechtsberatung dar. Preise und Funktionsumfang können sich jederzeit ändern. Prüfe die Angaben auf der jeweiligen Anbieter-Website.

Brauchst du wirklich eine Buchhaltungssuite?

Die kurze Antwort: Wenn du deine Buchhaltung selbst erledigen willst, ist sevDesk eine gute Wahl. Wenn du hauptsächlich Angebote und Rechnungen schreibst und die Buchhaltung bei deinem Steuerberater liegt, zahlst du bei einer Buchhaltungssuite für Funktionen, die du nie öffnest.

Eine sevDesk Alternative lohnt sich vor allem, wenn:

  • du nur Angebote, Rechnungen und den Zahlungseingang im Blick brauchst
  • dein Steuerberater EÜR und Umsatzsteuer-Voranmeldung übernimmt
  • du keine Lust auf Einarbeitung in Buchhaltungsfunktionen hast
  • du laufende Software-Kosten vermeiden willst

Buchhaltungssuite oder Rechnungstool: der eigentliche Unterschied

Die meisten sevDesk Alternativen fallen in eine von zwei Kategorien. Buchhaltungssuiten wie Lexware Office (früher lexoffice) oder FastBill decken den kompletten Finanz-Workflow ab: Belege, Banking, EÜR, DATEV. Reine Rechnungstools wie revoBill konzentrieren sich auf Angebote, Rechnungen und Zahlungsverfolgung.

Die entscheidende Frage ist deshalb nicht „Welches Tool hat die meisten Funktionen?", sondern: Wer macht deine Buchhaltung? Machst du sie selbst, brauchst du die Suite. Macht sie dein Steuerberater, reicht dir ein schnelles Rechnungstool und ein sauberer Datenexport.

sevDesk und revoBill im direkten Vergleich

KriteriumsevDeskrevoBill
FokusBuchhaltung und RechnungenAngebote und Rechnungen
Angebote und RechnungenJaJa
Kleinunternehmerregelung (§19)JaJa
ZahlungsverfolgungJaJa
EÜR und USt-VoranmeldungJaNein
DATEV-ExportJaNein
BankabgleichJaNein
Belegerkennung (OCR)JaNein
E-RechnungJa, XRechnung und ZUGFeRD in allen TarifenJa, XRechnung
Kostenloser TarifJa, begrenzt auf 3 Rechnungen pro MonatJa, ohne Mengenbegrenzung
ZielgruppeSelbstständige und kleine Teams mit eigener BuchhaltungFreelancer und Kleinunternehmer

Stand: September 2026. Funktionsumfang und Preise können sich ändern, prüfe die aktuelle Übersicht auf den Anbieter-Websites.

Was kostet sevDesk?

sevDesk hat inzwischen einen dauerhaft kostenlosen Tarif. Der ist allerdings auf drei Rechnungen oder E-Rechnungen pro Monat begrenzt. Wer regelmäßig fakturiert, ist damit schnell durch.

Darüber liegen drei Bezahltarife. Das sind die Listenpreise pro Monat bei monatlicher Zahlung, jeweils zzgl. MwSt.:

TarifPreis pro MonatWas dazukommt
Kostenlos0 €3 Rechnungen pro Monat, XRechnung und ZUGFeRD
Rechnung11,90 €Unbegrenzt Rechnungen und Angebote, Mahnungen, DATEV-Export
Buchhaltung25,90 €Zusätzlich Belegerkennung, Banking, EÜR und USt-Voranmeldung
Buchhaltung Pro34,90 €Zusätzlich REST-API, Kostenstellen und BWA

Bei längerer Vertragslaufzeit sinken die Preise, im Tarif Rechnung auf 9,90 € bei jährlicher und 8,90 € bei 24-monatiger Zahlung. Dazu laufen häufig befristete Rabattaktionen. Vergleiche trotzdem den Listenpreis, denn nach der Aktion zahlst du den regulären Betrag.

Was kostet revoBill?

revoBill ist komplett kostenlos. Es gibt kein Abo, keine Einrichtungsgebühr und keine Begrenzung der Anzahl an Rechnungen oder Angeboten. Die einzigen Kosten sind die regulären Stripe-Transaktionsgebühren, wenn deine Kunden Rechnungen online über die Stripe-Integration bezahlen. Diese Gebühren berechnet Stripe direkt, revoBill verdient daran nichts mit.

Der Unterschied zum kostenlosen sevDesk-Tarif ist also weniger der Preis als die Menge: Ab der vierten Rechnung im Monat bist du bei sevDesk im Bezahltarif. Für Freelancer heißt das: Du kannst den Wechsel risikofrei testen, ohne ein Abo zu kündigen und ohne eine Testphase im Blick zu behalten.

Wo sevDesk die bessere Wahl bleibt

Ein fairer Vergleich braucht beide Seiten. sevDesk bleibt vorn, wenn du:

  • EÜR und USt-Voranmeldung selbst erledigst und dafür ein Tool statt eines Steuerberaters nutzt
  • Belege digitalisieren willst, inklusive automatischer Erkennung per OCR
  • deine Bank anbinden möchtest, damit Zahlungen automatisch abgeglichen werden
  • DATEV-Export brauchst, weil dein Steuerberater direkt mit deinen Buchungsdaten arbeitet
  • ZUGFeRD ausstellen musst, denn revoBill erzeugt XRechnungen, aber kein ZUGFeRD
  • eine API für eigene Integrationen einsetzen willst, die allerdings erst im teuersten Tarif enthalten ist

Wenn mehrere dieser Punkte auf dich zutreffen, ist eine vollwertige Buchhaltungslösung der richtige Weg. Ein Blick auf unseren Rechnungssoftware Vergleich hilft dir, die Suiten untereinander abzugrenzen.

Wann dir ein schlankes Rechnungstool reicht

Genauso klar ist der umgekehrte Fall. Ein Rechnungstool wie revoBill passt, wenn du:

  • Angebote schreibst, sie in Rechnungen umwandelst und den Zahlungseingang verfolgst
  • als Kleinunternehmer nach §19 UStG Rechnungen ohne Umsatzsteuer stellst
  • deine Unterlagen am Jahresende gesammelt an den Steuerberater gibst
  • in Minuten starten willst, ohne Handbuch und ohne Schulungsvideos

Weitere sevDesk Alternativen im Überblick

revoBill ist nicht die einzige Option. Je nach Bedarf lohnt sich auch ein Blick auf:

  • Lexware Office (früher lexoffice): All-in-One-Lösung mit Buchhaltung und Lohnabrechnung als Zusatzmodul, sinnvoll für kleine Teams mit Angestellten. Details im Beitrag Lexware Office Alternative.
  • Billomat: Etabliertes Rechnungstool mit REST-API, gut für eigene Integrationen.
  • FastBill: Rechnungen plus Belegerfassung in einer übersichtlichen Oberfläche.
  • Papierkram: Kostenloser Einstiegstarif mit integrierter Zeiterfassung, beliebt bei Freelancern mit kleinem Budget.

Alle sechs Tools stellen wir im großen Rechnungssoftware Vergleich ausführlich gegenüber.

So gelingt der Wechsel ohne Chaos

Der Umstieg von sevDesk auf ein anderes Tool ist unkompliziert, wenn du vier Punkte beachtest:

  1. Alte Rechnungen exportieren und aufbewahren. Deine bisherigen Rechnungen musst du 8 Jahre lang aufbewahren (seit 2025, vorher 10 Jahre), und zwar GoBD-konform. Welche Frist ab wann läuft, steht in den Aufbewahrungspflichten für Rechnungen. Exportiere sie als PDF, bevor du dein Abo kündigst.
  2. Stammdaten übernehmen. Kunden, Leistungen und deine Firmendaten legst du im neuen Tool einmal sauber an.
  3. Rechnungsnummern fortführen. Starte nicht bei 1, sondern setze deinen bestehenden Nummernkreis lückenlos fort. Das hält deine Buchführung konsistent.
  4. Eine Übergangsphase einplanen. Stelle neue Rechnungen ab einem Stichtag im neuen Tool und wickle offene Vorgänge im alten ab.

Häufige Fragen zur sevDesk Alternative

Ist revoBill wirklich kostenlos?

Ja. revoBill ist komplett kostenlos, ohne Abo, ohne Einrichtungsgebühr und ohne Begrenzung der Rechnungsanzahl. Nur wenn Kunden online über die Stripe-Integration bezahlen, fallen die regulären Stripe-Transaktionsgebühren an, die Stripe direkt berechnet.

sevDesk hat doch auch einen kostenlosen Tarif?

Ja, aber mit Mengenbegrenzung. Im kostenlosen sevDesk-Tarif schreibst du drei Rechnungen oder E-Rechnungen pro Monat. Ab der vierten brauchst du einen Bezahltarif, der bei 11,90 € pro Monat zzgl. MwSt. beginnt. Bei revoBill gibt es keine Mengenbegrenzung.

Wie erledige ich die Buchhaltung ohne sevDesk?

Viele Freelancer geben ihre Unterlagen an den Steuerberater, der EÜR und Umsatzsteuer-Voranmeldung übernimmt. Aus revoBill exportierst du deine Rechnungsdaten in Standardformaten, die dein Steuerberater weiterverarbeiten kann.

Muss ich meine Rechnungsnummern neu starten?

Nein. Führe deinen bestehenden Nummernkreis einfach fort. Wichtig ist nur, dass die Nummern fortlaufend und lückenlos bleiben.

Unterstützt revoBill die Kleinunternehmerregelung?

Ja. Der §19-Hinweis wird automatisch auf deine Rechnungen gesetzt, und ein versehentlicher Umsatzsteuer-Ausweis ist ausgeschlossen.

Weiterführende Themen


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