Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und stellt keine Kauf- oder Rechtsberatung dar. Preise und Funktionsumfang können sich jederzeit ändern. Prüfe die Angaben auf der jeweiligen Anbieter-Website.
Warum ein Vergleich sinnvoll ist
Rechnungsprogramme gibt es viele. Manche sind vollwertige Buchhaltungslösungen, andere konzentrieren sich auf Angebote und Rechnungen. Je nachdem, was du brauchst, passt ein anderes Tool. Dieser Vergleich stellt sechs Lösungen gegenüber, die in Deutschland verbreitet sind: sevDesk, lexoffice, Billomat, FastBill, Papierkram und revoBill.
Das Ziel: Dir eine ehrliche Orientierung geben, damit du das Programm findest, das zu deiner Arbeitsweise und deinem Budget passt.
Worauf es ankommt
Bevor du vergleichst, hilft es, die wichtigsten Kriterien zu kennen:
- Rechnungen und Angebote: Kann das Tool Rechnungen und Angebote erstellen, nummerieren und als PDF versenden?
- Kleinunternehmerregelung: Unterstützt es Rechnungen ohne USt-Ausweis mit dem §19-Hinweis?
- E-Rechnung: Kann das Tool XRechnung und ZUGFeRD ausstellen, nicht nur eine PDF verschicken? Für einen Teil der Unternehmen wird das ab 2027 Pflicht.
- Buchhaltung: Brauchst du EÜR, Umsatzsteuer-Voranmeldung oder DATEV-Export? Oder reicht dir reine Rechnungsstellung?
- Kundenverwaltung: Kontaktdaten, Rechnungshistorie und offene Posten pro Kunde.
- Benutzerfreundlichkeit: Wie schnell bist du startklar? Wie viele Klicks braucht eine Rechnung?
- Preis: Monatliche Kosten, Vertragsbindung, kostenlose Einstiegsmöglichkeiten.
- GoBD-Konformität: Erfüllt die Software die Anforderungen für digitale Aufbewahrung?
Die sechs Tools im Überblick
sevDesk
sevDesk ist eine der bekanntesten Buchhaltungslösungen in Deutschland. Es deckt den gesamten Workflow ab: Angebote, Rechnungen, Ausgaben, Banking, EÜR und DATEV-Export. Es gibt einen dauerhaft kostenlosen Tarif, der auf drei Rechnungen pro Monat begrenzt ist. Die Bezahltarife beginnen bei 11,90 € pro Monat zzgl. MwSt.
Stärken:
- Vollständige Buchhaltung inklusive EÜR und USt-Voranmeldung
- Automatischer Bankabgleich
- DATEV-Schnittstelle für den Steuerberater
- Belegerkennung per OCR
- Umfangreicher Funktionsumfang
Schwächen:
- Höherer Preis, vor allem in den umfangreicheren Tarifen
- Der kostenlose Tarif reicht nur für drei Rechnungen im Monat
- Die Vielzahl an Funktionen kann für reine Rechnungssteller überdimensioniert wirken
- Einarbeitungszeit für alle Features
Am besten für: Selbstständige und kleine Teams, die Buchhaltung und Rechnungsstellung in einem Tool erledigen wollen.
Du überlegst, ob es auch schlanker geht? Im Beitrag sevDesk Alternative 2026 vergleichen wir sevDesk und revoBill im Detail.
lexoffice
lexoffice heißt inzwischen Lexware Office. Anbieter (Haufe-Lexware), Zugänge und Funktionsumfang sind gleich geblieben, geändert hat sich nur der Name. Die Palette ist breit: Rechnungen, Buchhaltung, Banking, Lohnabrechnung. Verkauft wird das Produkt in vier Paketen (S, M, L und XL). Einen dauerhaft kostenlosen Tarif gibt es nicht, wohl aber 30 Tage zum Testen.
Stärken:
- Buchhaltung, Lohn und Rechnungen in einer Plattform (Lohnabrechnung als Zusatzmodul)
- Guter DATEV-Export
- Integriertes Banking
- Großer Kundenstamm und ausgereifte Software
Schwächen:
- Viele Funktionen, die du als Freelancer nicht brauchst
- Kann in der Bedienung komplex wirken, wenn du nur Rechnungen schreiben willst
- Preislich im Mittelfeld bis oberen Bereich
Am besten für: Kleine Unternehmen mit Mitarbeitern, die Lohnabrechnung und Buchhaltung zusammenlegen wollen.
Dir reicht ein Tool für Angebote und Rechnungen? Im Beitrag lexoffice Alternative 2026 vergleichen wir Lexware Office und revoBill im Detail.
Billomat
Billomat ist ein etabliertes Rechnungstool mit Fokus auf Angebote, Rechnungen und Kundenverwaltung. Es bietet zusätzlich eine API für Integrationen.
Stärken:
- Solide Rechnungs- und Angebotsfunktionen
- REST-API für eigene Integrationen
- Automatische Mahnungen
- CRM-Grundfunktionen
Schwächen:
- Interface wirkt teilweise weniger modern als neuere Alternativen
- Buchhaltungsfunktionen weniger umfangreich als bei sevDesk oder lexoffice
- Einige Features erst in höheren Tarifen verfügbar
Am besten für: Kleine Unternehmen, die eine bewährte Lösung mit API-Zugang suchen.
FastBill
FastBill hat sich ursprünglich auf einfache Rechnungsstellung spezialisiert und bietet inzwischen auch Belegerfassung und Buchhaltungsfunktionen.
Stärken:
- Ursprünglich auf einfaches Rechnungschreiben fokussiert
- Gute Belegerfassung
- Banking-Integration
- Übersichtliche Oberfläche
Schwächen:
- Funktionsumfang mittlerweile gewachsen, dadurch weniger „lean" als früher
- Manche Features nur in höheren Tarifen
- Positionierung zwischen einfacher Rechnungsstellung und voller Buchhaltung
Am besten für: Freelancer, die neben Rechnungen auch Belege und einfache Buchhaltung abdecken wollen.
Papierkram
Papierkram bietet einen kostenlosen Einstiegstarif und deckt Rechnungen, Zeiterfassung und einfache Buchhaltung ab. Beliebt bei Freelancern wegen des niedrigen Einstiegspreises.
Stärken:
- Kostenloser Basistarif
- Integrierte Zeiterfassung
- EÜR und USt-Voranmeldung in höheren Tarifen
- Gutes Preis-Leistungs-Verhältnis
Schwächen:
- Kostenloser Tarif funktionell eingeschränkt
- Weniger Integrationen als sevDesk oder lexoffice
- Für größere Teams weniger geeignet
Am besten für: Freelancer mit kleinem Budget, die Rechnungen und Zeiterfassung in einem Tool brauchen.
revoBill
revoBill konzentriert sich auf das Wesentliche: Angebote, Rechnungen und Zahlungsverfolgung. Kein Buchhaltungsmodul, keine Lohnabrechnung, dafür ein schneller, übersichtlicher Workflow.
Stärken:
- Schnelle Erstellung von Angeboten und Rechnungen
- Kleinunternehmerregelung direkt unterstützt
- Angebot-zu-Rechnung-Konvertierung in einem Klick
- Zahlungsverfolgung inklusive
- E-Rechnung als XRechnung, ohne Mengenbegrenzung und ohne Aufpreis
- Schlanke Oberfläche ohne überflüssige Komplexität
Schwächen:
- Keine integrierte Buchhaltung (EÜR, USt-Voranmeldung)
- Kein Banking-Abgleich
- Kein ZUGFeRD, nur XRechnung
- Noch junges Produkt
Am besten für: Freelancer und Solopreneure, die ein einfaches Rechnungstool wollen und die Buchhaltung separat mit dem Steuerberater erledigen.
Vergleichstabelle
| Kriterium | sevDesk | Lexware Office | Billomat | FastBill | Papierkram | revoBill |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Rechnungen & Angebote | Ja | Ja | Ja | Ja | Ja | Ja |
| Kleinunternehmer (§19) | Ja | Ja | Ja | Ja | Ja | Ja |
| E-Rechnung | Ja, in allen Tarifen | Ja, ab Paket M | Ja | Ja, in allen Tarifen | Ja, ab Paket S | Ja, XRechnung |
| EÜR / Buchhaltung | Ja | Ja | Teilweise | Ja | Ja (ab Pro) | Nein |
| DATEV-Export | Ja | Ja | Teilweise | Ja | Ja | Nein |
| Banking-Integration | Ja | Ja | Nein | Ja | Nein | Nein |
| Zeiterfassung | Nein | Nein | Nein | Nein | Ja | Nein |
| API | Ja | Ja | Ja | Ja | Nein | Nein |
| Kostenloser Tarif | Ja, 3 Rechnungen pro Monat | Nein | Nein | Nein | Ja | Ja, ohne Mengenbegrenzung |
| Zielgruppe | KMU | KMU + Teams | KMU | Freelancer | Freelancer | Freelancer |
Stand: September 2026 für sevDesk, Lexware Office und die komplette E-Rechnung-Zeile, übrige Angaben Stand April 2026. Prüfe die aktuellen Funktionen und Preise auf der jeweiligen Anbieter-Website.
Wer muss E-Rechnungen überhaupt ausstellen?
Empfangen müssen alle: Seit dem 1. Januar 2025 muss jedes Unternehmen in Deutschland E-Rechnungen entgegennehmen können. Dafür reicht ein E-Mail-Postfach, eine bestimmte Software brauchst du nicht.
Beim Ausstellen läuft die Pflicht gestaffelt an:
- Ab 2027: Unternehmen mit mehr als 800.000 EUR Vorjahresumsatz müssen im B2B-Geschäft E-Rechnungen ausstellen.
- Ab 2028: Die Ausstellungspflicht gilt für alle Unternehmen im B2B-Geschäft.
- Ausnahmen: Rechnungen an Privatkunden (B2C) und Kleinbetragsrechnungen bis 250 EUR sind nicht betroffen. Kleinunternehmer nach §19 UStG müssen dauerhaft keine E-Rechnungen ausstellen, aber welche empfangen können.
Für die meisten Freelancer und Solopreneure heißt das: wichtig, aber noch nicht dringend. Anders sieht es aus, wenn du an Behörden oder an größere Unternehmen fakturierst. Dort wird XRechnung oder ZUGFeRD schon heute verlangt, unabhängig davon, was das Gesetz von dir verlangt.
revoBill stellt E-Rechnungen im Format XRechnung aus, ohne Mengenbegrenzung und ohne Kosten. ZUGFeRD ist derzeit nicht dabei. Das ist in dieser Tabelle eine Besonderheit: Bei sevDesk ist der kostenlose Tarif auf drei Rechnungen im Monat begrenzt, Lexware Office braucht mindestens Paket M, Papierkram mindestens Paket S, und Billomat und FastBill haben gar keinen kostenlosen Tarif. Wer eine XRechnung braucht und nichts zahlen will, hat hier also genau eine Option. Was hinter den Formaten steckt und welche Fristen gelten, steht im Leitfaden zum Rechnungschreiben.
Welches Tool passt zu dir?
Die Entscheidung hängt davon ab, was du brauchst:
Du musst eine XRechnung ausstellen? Das können alle sechs, aber zu unterschiedlichen Bedingungen. revoBill erzeugt XRechnungen kostenlos und ohne Mengenbegrenzung. sevDesk und FastBill haben die E-Rechnung in allen Tarifen, bei sevDesk allerdings mit drei Rechnungen pro Monat im kostenlosen Tarif. Lexware Office braucht mindestens Paket M, Papierkram mindestens Paket S.
Du brauchst ZUGFeRD statt oder zusätzlich zu XRechnung? Dann fällt revoBill raus, denn es erzeugt nur XRechnung. Die anderen fünf decken beide Formate ab.
Du willst alles in einem Tool: Rechnungen, Buchhaltung, Banking, DATEV? Dann sind sevDesk oder lexoffice die naheliegenden Optionen. Beide bieten einen großen Funktionsumfang. sevDesk punktet bei der Benutzerfreundlichkeit, Lexware Office (früher lexoffice) bei der Lohnabrechnung, die sich als Zusatzmodul dazubuchen lässt.
Du brauchst ein bewährtes Rechnungstool mit API? Billomat ist die solide Wahl, besonders wenn du eigene Integrationen brauchst.
Du suchst Rechnungen plus Belegerfassung? FastBill kombiniert beides in einer ordentlichen Oberfläche.
Du willst möglichst günstig starten? Papierkram bietet einen kostenlosen Einstieg mit Grundfunktionen und integrierter Zeiterfassung.
Du willst einfach nur Angebote und Rechnungen schreiben, schnell und ohne Ballast? Dann ist revoBill der direkte Weg. Du erstellst ein Angebot, wandelst es in eine Rechnung um und behältst den Zahlungseingang im Blick. Keine Einarbeitung in Buchhaltungsfunktionen, die du gar nicht brauchst.
Buchhaltung separat ist kein Nachteil
Viele Freelancer erledigen die Buchhaltung mit ihrem Steuerberater. In dem Fall brauchst du kein Tool, das EÜR, USt-Voranmeldung und DATEV-Export mitbringt. Du brauchst ein Tool, das Rechnungen schnell rausschickt und dir zeigt, wer schon bezahlt hat.
Genau das ist der Ansatz von revoBill: das Rechnungsschreiben so einfach wie möglich machen und den Rest dort lassen, wo er hingehört.
Mehr zu den Pflichtangaben auf deiner Rechnung findest du im Leitfaden zum Rechnungschreiben. Wenn du Vorlagen suchst, findest du unter kostenlose Vorlagen für Rechnung, Angebot, Mahnung und Stornorechnung Mustertexte zum Kopieren und Dateien zum Herunterladen.
Du willst Rechnungen schreiben, ohne dich durch Buchhaltungsfunktionen zu klicken? Teste revoBill, das einfache Rechnungsprogramm für Freelancer und Kleinunternehmer.